Elektronische Rasierer: Geschichte und Gegenwart

Die Geschichte des Rasierers reicht gar nicht so lange zurück wie viele sich das vorstellen. Zwar hatte man sich schon Jahrhunderte lang mit handlichen Klingen rasiert, ein automatisiertes Gerät wurde jedoch erst 1915 erstmalig verwendet. Sein Erfinder war der Donauschwabe Johann Bruecker, der schon lange vorher in die USA ausgewandert war und dort als Schlossmechaniker arbeitete. Die Funktionsweise dieses Apparats war noch sehr simpel. Man zog das Getriebe auf wie eine Spieluhr, daraufhin rotierten mehrere scharfe Scheiben und sorgten für eine eher schlechte Rasur.

Erst in 1930er Jahren wurde seine Idee vom elektrischen Rasierer wieder aufgegriffen und weiterentwickelt. In dieser Zeit wurden mehrere Rasierer mit elektrischen Kleinmotoren entwickelt. Diese waren jedoch nur für die Trockenrasur geeignet, hatten aber einen entscheidenden Vorteil: Sie verfügten über keine offenen Klingen und so bestand keine Gefahr sich zu verletzen. Dazu wurde der Messerblock geschickt unter einem Scherblatt versteckt. Diese Methode findet bis heute Anwendung bei modernen Rasierapparaten.

Serienmäßig begann erst 1939 Philips mit der Herstellung von Trockenrasierern und hatte damit keinen Geschäftserfolg. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wuchs das Interesse an der neuartigen Technik, die jedoch noch wegen ihrem hohen Preis einen enormen Luxus darstellte. Das Geschäft nahm immer weiter zu, sodass 1980 auch Grundig mit dem Vertrieb von Rasierern begann.

Heute hat sich das Angebot an Rasierern enorm vervielfältigt und die Technik hat sich weiterentwickelt. Die bedeutendsten Hersteller sind heute Braun, Remington, Philips und Panasonic. Auch das Preisverhältnis hat sich geändert. Zwar bezahlt man für einen sehr guten Rasierer noch riesige Summen, aber es gibt auch Varianten für den kleineren Geldbeutel.

Der größte Vorteil des Rasierers liegt heute in der Handhabung. Er ist total einfach zu bedienen und man benötigt weder Rasiercremes noch Gels. Außerdem hat man im Vergleich zum mühevollen Rasieren per Hand noch eine entscheidende Zeitersparnis.

An die Sicherheit der Rasierertechnik haben wir uns schon längst gewöhnt. Hässliche Schnitte oder Narben im Gesicht gehören der Vergangenheit an.

Zu der ursprünglichen Version mit dem Scherblatt als Verletzungsschutz, ist heute noch eine zweite entstanden. Hierbei bedient man sich einer Klinge, die sich immer in die selbe Richtung im Kreis bewegt und so die Haare wie ein Scherblatt abtrennt. Diese Methode hat den Vorteil, dass die Klingen variabel in den Rasierer eingesetzt sind und sich so an die Hautkontur anpassen können.

Der elektrische Rasierer ist nicht nur in unsere Haushalte eingezogen, sondern auch in unsere Kultur. Beispielsweise ist er zum Symbol für Männlichkeit geworden.

Rasierer